Wohnen unter Denkmalschutz | Eisenstadt


Wohnnutzfläche: 103,27 m²
Ort: Eisenstadt
Besonderheiten: Denkmalschutz
Status: Bauphase


Eine ehemalige Blumenhandlung in einem denkmalgeschützten Haus in der Eisenstädter Fußgängerzone wollten die Eigentümer fortan als Privatwohnung nützen und wandten sich an plusminusnull Architektur. Im Spannungsfeld zwischen den Wünschen der Eigentümer, den Vorgaben und Auflagen des Bundesdenkmalamts und den technischen Standards von heute entstanden Pläne für ein außergewöhnliches Wohnkonzept.

Der ehemalige Verkaufsraum im Erdgeschoß bietet Platz, um einen PKW einzustellen, eine brandschutztechnisch von der Garage entkoppelte Treppe erschließt außerdem die neuen Wohnräumlichkeiten im Obergeschoß.

Über dem Geschäftslokal und den angeschlossenen Keller- und Lagerräumen befanden sich ursprünglich ein langgestrecktes Büro, ein Lager für Samen, sowie ein Aufenthaltsraum und eine Küche.

Der Umbau machte aus dem Aufenthaltsraum ein Schlafzimmer mit einem hinter das Betthaupt zurückgezogenen Schrankraum, und aus der baufälligen Küche ein Bad mit Dusche, Wanne und Toilette.

Herzstück der Planung bildet ein offenes, durch drei verschiedene Ebenen aber dennoch gegliedertes Raumgefüge, wo gekocht, gegessen und gewohnt sowie gearbeitet wird. Es entstand auf und über den Flächen von Samenlager und Büro, die größte Herausforderung bestand in einer ausreichenden Belichtung.

Das ehemals finstere Samenlager bildet jetzt das von Tageslicht durchflutete Zentrum der neuen Räumlichkeiten. Die Decke wurde herausgenommen, der Raum öffnet sich nun bis zum Dach, dieses sich dem Himmel über zwei große, zueinander versetzte Dachflächenfenster. Der linke Teil dient als Entree mit Garderobe, rechts wird gekocht, zum Teil unter der die neue Galerie erschließenden Treppe.

Der ursprüngliche Plan, auch die Decke über dem Büro zu weiten Teilen herauszunehmen, und nur einen etwa drei Meter tiefen, sich quer über den Raum spannenden Steg stehen zu lassen, wurde, nachdem das Bundesdenkmalamt alte, erhaltenswerte Malereien gefunden hatte, verworfen, die Decke wurde erhalten und aus dem Steg eine klassische Galerie. Hier gibt es nun ausreichend Platz, um zu arbeiten, zu lesen oder Gäste zu beherbergen, Licht wird von der einen Seite über die Öffnung zur Küche bezogen, von der anderen Seite aber auch über zwei neu errichtete, der Fußgängerzone zugewandte Gauben.

Unter der neuen Galerie, dort, wo sich das Büro befand, wird nun gegessen und gewohnt. Die kurze Treppe, die hier von der Küche heraufführt, wurde versetzt, hierfür eine ursprünglich bestehende Öffnung wieder aufgebrochen. Jene Öffnung, die zuletzt den Zugang ins Büro ermöglichte, wurde parallel dazu belassen, und zur weiteren Belichtung des Esszimmers mit einem Geländer aus satiniertem Glas gesichert.

Die im Zug der Geschäftseröffnung in den 70er-Jahren errichtete Auslage wurde wieder zurückgebaut, die neue Eingangssituation mit Garagentor und Wohnungszugang wurde zusammen mit dem Bundesdenkmalamt entwickelt.


Erbrachte Leistungen:

  • Vorentwurf, Entwurf
  • Einreichplanung, inkl. Bauphysik